{"id":153,"date":"2020-10-13T09:47:45","date_gmt":"2020-10-13T09:47:45","guid":{"rendered":"http:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/?p=153"},"modified":"2020-10-13T09:47:45","modified_gmt":"2020-10-13T09:47:45","slug":"abc-der-tiergerechten-haltung-22","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/abc-der-tiergerechten-haltung-22\/","title":{"rendered":"ABC der tiergerechten Haltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\"><strong><em>V &#8211; Verdauungssystem<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Nahrungsaufnahme nimmt das Pferd Gras zwischen die\nLippen und die Schneidez\u00e4hne und rei\u00dft die Halme ab. Kraftfutter wird in\nkleinen Portionen aufgenommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pferd zerkleinert die Nahrung durch mahlende Bewegung\nseiner Backenz\u00e4hne. Da das Futter heute oft weniger gekaut werden muss als in\nder Steppe, kann es zur Hakenbildung auf den Z\u00e4hnen kommen, die eine\nregelm\u00e4\u00dfige Gebisskontrolle erforderlich machen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Abschlucken der Nahrung gelangt der Nahrungsbrei\n\u00fcber die Speiser\u00f6hre, in der er durch peristaltische Bewegungen weiter in den\nMagen bewegt wird. Die Speiser\u00f6hre weist einige Verengungen auf, n\u00e4mlich an\nihrem Eingang und an ihrem Eintritt in den Brustkorb, sowie an dem Durchtritt\ndurch das Zwerchfell. Hier kann es durch gro\u00dfe Futterst\u00fccke oder bei der\nF\u00fctterung nicht ausreichend aufgeweichter R\u00fcbenschnitzel zu Verstopfungen\nkommen (Schlundverstopfungen). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Magen des Pferdes ist im Verh\u00e4ltnis zu seinem\nK\u00f6rpergewicht sehr klein. Das ist seiner physiologischen Auspr\u00e4gung als\nSteppentier geschuldet, das \u00fcber den Tag verteilt kleine Mengen an\nrohfaserreichem und kohlenhydratarmem Futter zu sich nimmt. Im Magen erfolgt\ndie Eiwei\u00dfverdauung durch das Enzym Pepsin. Dieses wird durch die Produktion\nvon Magensaft (Salzs\u00e4ure) angeregt, die au\u00dferdem eine antibakterielle Wirkung\nhat und Keime im Futter abt\u00f6tet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend der vorliegenden Anatomie des Pferdes sollten\nnicht zu gro\u00dfe Futtermengen auf einmal in den Magen des Pferdes gelingen, weil\ndann eine gute Durchmischung der zu verdauenden Nahrung mit Magensaft nicht\nmehr gegeben ist und die Verdauung nicht optimal ablaufen kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gabe von\nHeu vor dem F\u00fcttern von Kraftfutter sorgt daf\u00fcr, dass gut eingespeichelte und\ndamit gleitf\u00e4hige Nahrung zuerst in den Magen gelangt. Die Magensaftproduktion,\ndie Produktion von Verdauungsenzymen in der Bauchspeicheldr\u00fcse und im D\u00fcnndarm\nwird bereits in Gang setzt, bevor das st\u00e4rkehaltige Kraftfutter, das meistens\nohne ausgepr\u00e4gte Kaut\u00e4tigkeit heruntergeschlungen wird, in den Magen gelangt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der\nMageninhalt kann am besten von Magens\u00e4ure durchsetzt werden, wenn es sich um\neinen lockeren und gut eingespeichelten Nahrungsbrei handelt. Dieser kann den Magen\nrelativ schnell in den D\u00fcnndarm verlassen und dort die Basis f\u00fcr eine gute\nD\u00fcnndarmverdauung bilden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird\nKraftfutter in gro\u00dfen Portionen ohne vorherige Raufuttergaben verabreicht,\nbefindet sich anschlie\u00dfend im Magen des Pferdes ein relativ trockener und\nschwer mit Magens\u00e4ure zu durchsetzender Futterklumpen, der auch eine l\u00e4ngere\nAufenthaltszeit im Magen hat. Dabei beginnt vermehrt der Abbau der St\u00e4rke aus\ndem Kraftfutter zu Milchs\u00e4ure im Magen. Diesem Prozess wird unterstellt, dass\ner die Bildung von Magengeschw\u00fcren beim Pferd unterst\u00fctzt. Die Verg\u00e4rung beim\nSt\u00e4rkeabbau f\u00f6rdert die Entstehungen von Koliken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der D\u00fcnndarm\nbesteht aus dem Zw\u00f6lffngerdarm, dem Leerdarm und dem H\u00fcftdarm und hat eine\nGesamtl\u00e4nge von ca. 20 Metern. Hier erfolgt die weitere enzymatische Verdauung\ndes Kraftfutters, w\u00e4hrend das Raufutter den D\u00fcnndarm weitgehend unverdaut in\nden Dickdarm verl\u00e4sst und dort verdaut wird. Im Zw\u00f6lffingerdarm werden dem\nNahrungsbrei die Enzyme aus dem Bauchspeicheldr\u00fcsensekret und aus der Galle\nbeigemischt. Diese dienen dem Abbau der Fette und Kohlenhydrate im D\u00fcnndarm.\nDie im D\u00fcnndarm produzierten Darmsaft enthaltenen Enzyme dienen der\nEiwei\u00dfverdauung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Galle wird\nin der Leber des Pferdes produziert und direkt in den D\u00fcnndarm abgegeben, da\ndas Pferd keine Gallenblase als Zwischenspeicher f\u00fcr das Gallensekret hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Enzyme im\nD\u00fcnndarm sorgen f\u00fcr die weitere Aufspaltung der Nahrung in ihre\nGrundbestandteile. Die freigesetzten N\u00e4hrstoffe und ein gro\u00dfer Teil der im Darm\nbefindlichen Fl\u00fcssigkeit werden von den Darmzotten aufgenommen und an den\nK\u00f6rper zur N\u00e4hrstoffversorgung abgegeben. Eine St\u00f6rung in der Wasseraufnahme im\nDarm wird durch das Auftreten von Durchfall erkennbar. Das kann zu erheblichen\nWasserverlusten und einer St\u00f6rung des Allgemeinbefindens f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Dickdarm\ndes Pferdes besteht aus dem Blinddarm, dem gro\u00dfen und dem kleinen Colon und hat\neine L\u00e4nge von ca. 8 m. Im Dickdarm wird die Zellulose aus den Rohfasern des\nRaufutters verarbeitet und der Verdauungsprozess der Nahrung abgeschlossen. Die\nhier gewonnenen fl\u00fcchtigen und hochverdaulichen Fetts\u00e4uren werden von der\nDarmwand resorbiert und dem K\u00f6rper als verarbeitbare Energie zur Verf\u00fcgung\ngestellt. \n\nIm hinteren Dickdarmbereich, der in den Mastdarm mit\ndem Anus \u00fcbergeht, wird der unverdaute Nahrungsbrei entw\u00e4ssert, geformt und als\nKot ausgeschieden.\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V &#8211; Verdauungssystem Zur Nahrungsaufnahme nimmt das Pferd Gras zwischen die Lippen und die Schneidez\u00e4hne und rei\u00dft die Halme ab. 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