{"id":121,"date":"2020-10-13T09:30:24","date_gmt":"2020-10-13T09:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/?p=121"},"modified":"2020-10-13T09:30:25","modified_gmt":"2020-10-13T09:30:25","slug":"abc-der-tiergerechten-haltung-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/abc-der-tiergerechten-haltung-6\/","title":{"rendered":"ABC der tiergerechten Haltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\"><strong><em>F &#8211; F\u00fctterung und nat\u00fcrliches Fressverhalten<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pferde sind aus ihrer Entwicklungsgeschichte heraus\nGrasfresser. Ihr Verdauungssystem ist auf rohfaserreiche und energiearme\nErn\u00e4hrung eingestellt. Die aufgenommene Nahrung wird in der freien Wildbahn in\nlangsamer Fortbewegung \u00fcber einen Zeitraum von bis zu 12 bis 16 Stunden\naufgenommen, abh\u00e4ngig vom Nahrungsangebot. Ihr Verdauungstrakt ist mit einem\nkleinen Magen und einem sehr ausgepr\u00e4gten Darmtrakt auf diese Art der F\u00fctterung\neingestellt. Das hat sich bis in die heutige Zeit nicht ge\u00e4ndert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Generell gilt in der heutigen Pferdehaltung die Versorgung\nder Pferde mit ausreichend Raufutter als oberstes Gebot. W\u00e4hrend in der\nEinzelhaltung die Pferde mindestens zweimal t\u00e4glich mit ausreichend Raufutter\nversorgt werden sollten, k\u00f6nnen in der Gruppenhaltung Heu \u00fcber Fressst\u00e4nder,\ncomputergesteuerte F\u00fctterungsautomaten oder \u00fcber Heuraufen zur Verf\u00fcgung\ngestellt werden. Als Faustregel gilt, dass die Fresspausen der Pferde 4 Stunden\nnicht \u00fcbersteigen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pferde fressen am liebsten in der Gemeinschaft. Pferde in\neiner Gruppenhaltung mit ad libitum-Heuf\u00fctterung und der Vorhaltung von\nausreichend gleichzeitigen Fresspl\u00e4tzen verhalten sich \u00e4hnlich wie in der\nfreien Wildbahn. Sie fressen so lange, bis ihr Kaubed\u00fcrfnis gestillt ist und\nein Bed\u00fcrfnis aus einem anderen Funktionskreis wichtiger ist. Da Pferde keine\nDehnungsrezeptoren im Bereich des Magens haben, gibt es von dieser Seite aus\nkeine Auswirkungen auf die Fresszeiten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fresszeiten k\u00f6nnen durch das Anbringen von engmaschigen\nFutternetzen \u00fcber Heuraufen oder von sehr schmalen Gitterst\u00e4ben in Sparraufen\nverl\u00e4ngert werden, wobei die Futteraufnahme insgesamt erschwert und verringert\nwird. Das ist besonders f\u00fcr leichtfuttrige Pferde interessant. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der F\u00fctterung in der Einzelbox sollte dringend darauf\ngeachtet werden, dass die Pferde ca. 15 min vor den Kraftfuttergaben zumindest\neine kleine Menge Heu zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen. Das Heu muss vom Pferd\ngut gekaut und eingespeichelt, w\u00e4hrend das Kraftfutter meist in sehr kurzer\nZeit heruntergeschlungen und wenig eingespeichelt wird. Des Weiteren sorgen die\nRaufuttergaben im Vorfeld f\u00fcr etwas Entspannung vor dem Highlight der\nKraftfuttergaben und ist daher psychisch und ern\u00e4hrungsphysiologisch als\ng\u00fcnstig zu betrachten. In einer Zeit, in der viele Reitpferde unter Magengeschw\u00fcren\nleiden, ist das eine M\u00f6glichkeit, diesem Umstand entgegen zu wirken. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier sorgen auch die im Vorfeld beschriebenen\ncomputergesteuerten F\u00fctterungsautomaten mit ihrer gleichzeitigen F\u00fctterung in\nvielen kleinen Portionen f\u00fcr deutlichen Stressabbau und sind\nern\u00e4hrungsphysiologisch als sehr positiv zu bewerten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Fressst\u00e4nde erm\u00f6glichen die arttypische, synchrone\nNahrungsaufnahme von Pferden. Diese F\u00fctterung ist f\u00fcr die Pferde besonders\nstressarm. Gleichzeitig erm\u00f6glicht sie die individuelle Futterzuteilung f\u00fcr die\neinzelnen Pferde. Entscheidend ist, dass f\u00fcr jedes Pferd ein Fressplatz zur\nVerf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die F\u00fctterung, besonders von Raufutter, sollte entsprechend der nat\u00fcrlichen Fresshaltung des Pferdes m\u00f6glichst bodennah erfolgen, wobei auf ein verletzungsarmes Anbringen von Tr\u00f6gen und sonstigen Boxeneinrichtungen zu achten ist. F\u00fcr die Heuf\u00fctterung in der Box bieten sich Sparraufen oder die bodennahe F\u00fctterung an, gut geeignet ist auch die F\u00fctterung am Futtertisch mit Durchfressgitter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Raufutterbedarf der Pferde wird weiterhin durch die mit\nStroh eingestreute Box oder Liegehalle in der Gruppenauslaufhaltung gedeckt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pferde fressen selektiv, besonders wenn gen\u00fcgend\nFutterangebot vorhanden ist. Futter, das geschmacklich oder vom Geruch her nicht\neinwandfrei ist, wird ausgesondert. Hierzu z\u00e4hlen auch Pflanzen mit\nBitterstoffen, die von den Pferden nicht gefressen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den Weiden kann man beobachten, dass Pferde die\nStellen, auf denen sie ihren Kot abgesetzt haben, nicht beweiden. Hier bilden\nsich sogenannte Geilstellen, an denen oft Sauerampfer oder Brennnesseln\nwachsen, die von den Pferden nicht gefressen werden. Diesem Umstand ist durch\neine sorgf\u00e4ltige Weidenpflege entgegenzuwirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F &#8211; F\u00fctterung und nat\u00fcrliches Fressverhalten Pferde sind aus ihrer Entwicklungsgeschichte heraus Grasfresser. Ihr Verdauungssystem ist auf rohfaserreiche und energiearme Ern\u00e4hrung eingestellt. Die aufgenommene Nahrung wird in der freien Wildbahn in langsamer Fortbewegung \u00fcber einen Zeitraum von bis zu 12 bis 16 Stunden aufgenommen, abh\u00e4ngig vom Nahrungsangebot. 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