{"id":123,"date":"2020-10-13T09:31:32","date_gmt":"2020-10-13T09:31:32","guid":{"rendered":"http:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/?p=123"},"modified":"2020-10-13T09:31:33","modified_gmt":"2020-10-13T09:31:33","slug":"abc-der-tiergerechten-haltung-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/abc-der-tiergerechten-haltung-7\/","title":{"rendered":"ABC der tiergerechten Haltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong><em>G &#8211; Gruppenhaltung<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die Gruppenhaltung die tiergerechteste\nHaltung, da sie dem urspr\u00fcnglichen Leben der Pferde in der Herde entspricht.\nEntscheidend f\u00fcr eine gut funktionierende Gruppenhaltung sind neben dem\nausreichenden Platzbedarf und der Trennung der Funktionsbereiche die Sachkenntnis\ndes Betriebsleiters und ein gut durchdachtes Management. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt verschiedene Formen der Gruppenhaltung, beginnend\nbei der Innenlaufstallhaltung, bei denen die Pferde in der Gruppe leben, aber\nkeinen freien Zugang zu einem Auslauf haben bis hin zum Offenlaufstall, bei dem\ndie Pferdegruppe permanenten Zugang zur Auslauffl\u00e4che hat. F\u00fcr all diese Formen\nder Gruppenhaltung gibt es dann noch die Ausf\u00fchrungsformen mit oder ohne\nUnterteilung in die Funktionsbereiche Fressen, Liegen, Ruhen, Laufen und\nTrinken. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu vergessen ist auch die komplette Weidehaltung in\nder Herde mit Weideunterstand, die vorwiegend im Aufzuchtbereich eingesetzt\nwird. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gruppenhaltung gelten generell die gleichen\nAnforderungen wie im sonstigen Stallbereich und in den Einzelboxen, n\u00e4mlich ein\ntrockener rutschfester Untergrund im Auslaufbereich, sowie die saubere trockene\nverformbare Einstreu im Liegebereich damit keine gesundheitlichen Sch\u00e4den wie\nMauke und Strahlf\u00e4ule auftreten und die Luftqualit\u00e4t im Stall gew\u00e4hrleistet\nist. <\/p>\n\n\n\n<p>In einer gut funktionierenden Gruppenhaltung sind die darin\nlebenden Pferde meist sehr ausgeglichen, gesund und mit einer guten\nGrundkondition ausgestattet. Ihre arttypischen Grundbed\u00fcrfnisse k\u00f6nnen sie in\nden meisten Funktionsbereichen zufriedenstellend leben und ihr Zeitbudget\nentspricht weitestgehend dem freilebender Steppentiere. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Herdentier, das in der Wildnis im Familienverband lebt,\nkann das Pferd hier sein Bed\u00fcrfnis nach Sozialkontakten und Freundschaften\nausleben. Wichtig ist, dass die Pferde in der Gruppe ihre Individualdistanz,\nd.h. den individuellen Abstand, den die einzelnen Tier voneinander halten, um\nAggressionen zu vermeiden. Diese Abst\u00e4nde bestimmen sich durch die Rangordnung\n\u2013 je gr\u00f6\u00dfer der Abstand in der Rangordnung der Pferde voneinander ist, desto\ngr\u00f6\u00dfer ist die Individualdistanz zwischen den Tieren. Auf diese Weise werden\nernste Auseinandersetzungen in der Gruppe vermieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also f\u00fcr eine erfolgreiche Gruppenhaltung\nerforderlich, dass das Raumangebot so gro\u00df ist, dass die Tiere sich ausweichen\nund auf diese Weise friedlich miteinander leben k\u00f6nnen. Sachgassen und spitze\nWinkel, in die rangniedrige Tiere getrieben werden k\u00f6nnen, sind unbedingt zu\nvermeiden. Auch der Stall sollte \u00fcber zwei T\u00fcr\u00f6ffnungen verf\u00fcgen, damit\nrangniedrige Tiere ausweichen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trennung der Funktionsbereiche sorgt f\u00fcr eine\nVerteilung der Pferde in der Gruppe. An Heuraufen oder sonstigen Fresspl\u00e4tzen,\ndie gleichzeitiges Fressen erm\u00f6glichen, m\u00fcssen mindestens f\u00fcr alle Tiere\ngleichzeitige Fresspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung stehen &#8211;&nbsp; besser noch ist ein \u00dcberangebot an\nFresspl\u00e4tzen, damit rangniedrige Tiere auch wirklich in Ruhe zum Fressen\nkommen. Hier muss dem Bed\u00fcrfnis der Pferde nach gleichzeitigen und gemeinsamen\nFressen Rechnung getragen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Zusammenstellung der Gruppe tr\u00e4gt der\nBetriebsleiter mit seiner Sachkenntnis die Verantwortung. Er muss die\nVertr\u00e4glichkeit der Pferde untereinander ber\u00fccksichtigen und Tiere, die als\nAggressoren in einer Gruppe auftreten, rausnehmen. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll,\ngerade in gr\u00f6\u00dferen Anlagen, mindestens zwei Gruppen zu bilden, die man\nentsprechend ihrer Verhaltensweisen, Neigungen und evtl. auch unter\nBer\u00fccksichtigung des Geschlechts zusammenstellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Verringerung der Verletzungsgefahr in der Gruppe ist es\nempfehlenswert, nur Pferde einzugliedern, die an den Hinterhufen nicht\nbeschlagen sind. In Ausnahmef\u00e4llen bildet der Beschlag mit Plastikeisen eine\nAlternative, auf die bei gut integrierten Tieren zur\u00fcckgegriffen werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Trennung in \u00fcberwiegend Stuten- und Wallachgruppen\nempfiehlt sich, wenn Wallache dazu neigen, den Stuten gegen\u00fcber Hengstverhalten\naufzuzeigen. Hier kann es neben unerw\u00fcnschten Deckaktivit\u00e4ten auch zu\naggressivem Besitzverhalten kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig kann man feststellen, dass ein Pferd, das in der\neinen Gruppe deutliche Unvertr\u00e4glichkeiten aufzeigt, in einer anderen Gruppe\nzufrieden ist und Freunde bzw. Spielkameraden findet. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Bildung einer separaten Gruppe f\u00fcr alte Pferde\nbietet sich an, wenn die R\u00e4umlichkeiten zur Verf\u00fcgung stehen. \u00c4ltere Pferde\nhaben oft von j\u00fcngeren Tieren abweichende Gewohnheiten, ihr F\u00fctterungs-\nund&nbsp; Bewegungs- und Ruhebed\u00fcrfnis\nver\u00e4ndert sich mit zunehmenden Alter und der Pflegeaufwand f\u00fcr diese Pferde\nerh\u00f6ht sich. In kleineren, ruhigen Gruppen sind sie oft besser aufgehoben und\nkommen eher zur Ruhe. <\/p>\n\n\n\n<p>Die nat\u00fcrliche Gruppengr\u00f6\u00dfe sollte nicht mehr als 20 Pferde\nbetragen, angelehnt an die in der Wildnis lebenden Herden. Bis zu diesen\nGruppengr\u00f6\u00dfen ist es gew\u00e4hrleistet, dass die Pferde sich untereinander gut\nkennen und ein reibungsloses Miteinander m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Pferde, die nicht im Sozialverband gro\u00df geworden sind,\nlassen sich oft nicht in eine Gruppe eingliedern, da sie als Fohlen bzw. in der\nZeit der Aufzucht kein Sozialverhalten gelernt haben. Diese Pferde haben h\u00e4ufig\nAngst vor den anderen Pferden, da sie ihre Ausdrucks- und Verhaltensweisen\nnicht richtig deuten k\u00f6nnen. Sie halten sich abseits oder reagieren\nunangemessen mit deutlichen Aggressionen auf andere Pferde. Solche Pferde sind\nf\u00fcr die Gruppenhaltung nicht geeignet und leben dort in einer dauerhaften\nStresssituation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eingew\u00f6hnung eines neuen Pferdes in eine Pferdegruppe\nmuss sehr behutsam erfolgen. Der verantwortliche Betriebsleiter sollte dazu\nneben der erforderlichen Sorgfalt \u00fcber eine hohe Fachkompetenz bez\u00fcglich des\nPferdeverhaltens verf\u00fcgen. F\u00fcr die Eingew\u00f6hnung in die Gruppenhaltung ist es\nunerl\u00e4sslich, dass eine Quarant\u00e4ne- und Eingew\u00f6hnungsbox vorhanden ist. Mehr\ndazu erfahren Sie unter Q \u2013 Quarant\u00e4ne- und Eingew\u00f6hnungsbox.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Eingew\u00f6hnungsbox nimmt das Pferd aus gesichertem\nUmfeld heraus Kontakt zur Gruppe auf und verbleibt dort solange, bis erste\nFreundschaften mit Tieren aus der Gruppe geschlossen sind. Ideal ist es, wenn\ndas Pferd zun\u00e4chst mit einzelnen Pferden zusammen sein kann, sodass es vor dem\nersten Betreten der Gruppe schon einzelne Pferde n\u00e4her kennt. Auch die\n\u201eOrtsbesichtigung\u201c des Auslaufs sollte ohne die dort bereits lebende Gruppe\nstattfinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Wird das Pferd das 1. Mal in die Gruppe gelassen, dann nur\nf\u00fcr kurze Zeit und unter Aufsicht der Betriebsleitung, sodass im Notfall\neingegriffen werden kann. Die Aufenthalte in der Gruppe werden nun t\u00e4glich\nverl\u00e4ngert, bis das Pferd ganz in der Gruppe verbleiben kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Eingliederungszeit wird von den Pferden und ihrem Wesen\nbestimmt. Manche Tiere nehmen sehr schnell Kontakt auf, andere ben\u00f6tigen mehr\nZeit f\u00fcr diesen Prozess. Hier ist eine gute Beobachtungsgabe erforderlich.\nEbenso kann es sinnvoll sein, das neue Pferd in der Anfangszeit noch einmal\nstundenweise in die Box zu stellen und in Ruhe fressen zu lassen, wenn es sich\nvielleicht noch nicht selbstbewusst genug an die Futterstellen traut.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell ist zu erkennen, dass Pferde sich in eine gr\u00f6\u00dfere\nGruppe leichter und schneller eingliedern lassen als in eine kleine Pferdegruppe,\nda die Chance, einen Freund zu finden, einfach gr\u00f6\u00dfer ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren spielt auch die Jahreszeit bei der\nEingliederung eine nicht unerhebliche Rolle. W\u00e4hrend im Sommer die Weiden zum\nKennenlernen und zur Eingliederung zur Verf\u00fcgung stehen, steht im Winter nur\nder Auslauf zu Verf\u00fcgung. Hier gibt es Futter nur auf relativ engem Raum und\nnicht weit verteilt wie auf der Weide. Der Rangordnung und dem Fluchtverhalten\nist bei einer Eingliederung im Winter noch gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit zu schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Pferde, die fest in der Gruppe leben, f\u00fcr einige Tage\naus der Gruppe herausgenommen werden, gibt es in der Regel keine Probleme bei\nder R\u00fcckkehr. Handelt es sich jedoch um eine l\u00e4ngere Zeitspanne, sollte das\nPferd als Vorsichtsma\u00dfnahme wie ein neu einzugliederndes Pferd in der\nEingew\u00f6hnungsbox untergebracht werden, bis es wieder zur Gruppe st\u00f6\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G &#8211; Gruppenhaltung Grunds\u00e4tzlich ist die Gruppenhaltung die tiergerechteste Haltung, da sie dem urspr\u00fcnglichen Leben der Pferde in der Herde entspricht. Entscheidend f\u00fcr eine gut funktionierende Gruppenhaltung sind neben dem ausreichenden Platzbedarf und der Trennung der Funktionsbereiche die Sachkenntnis des Betriebsleiters und ein gut durchdachtes Management. 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