{"id":131,"date":"2020-10-13T09:36:21","date_gmt":"2020-10-13T09:36:21","guid":{"rendered":"http:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/?p=131"},"modified":"2020-10-13T09:36:21","modified_gmt":"2020-10-13T09:36:21","slug":"abc-der-tiergerechten-haltung-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rossmayer.com\/Reitanlagen\/abc-der-tiergerechten-haltung-11\/","title":{"rendered":"ABC der tiergerechten Haltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong><em>K &#8211; Klima &#8211; Indikatoren f\u00fcr ein gutes Stallklima<\/em><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Als Flucht- und Steppentier verf\u00fcgt das Pferd \u00fcber einen\nhohen Licht- und Frischluftbedarf. Es hat einen sehr leistungsf\u00e4higen\nAtmungsapparat, der sehr empfindlich auf Staub- und Schadgase (z.B. Ammoniak)\nin der Luft reagiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t des Stallklimas wird durch die Faktoren\nLufttemperatur, -feuchtigkeit, -zirkulation sowie die Belastung durch Staub und\nSchadgase bestimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Voraussetzung f\u00fcr ein gutes Stallklima ist zun\u00e4chst\neinmal durch ein ausreichendes Luftvolumen im Stall gegeben. Um das zu\nerreichen, ist die Deckenh\u00f6he im Stall ein entscheidender Faktor und sollte\nausreichend hoch sein. Des Weiteren sorgen ausreichende Frischluftzufuhr und\nangemessene Luftzirkulation f\u00fcr einen guten Luftaustausch, der Schadgase, Staub\nund Keime schnell aus dem Stall entfernt und die relative Luftfeuchtigkeit in\neinem f\u00fcr Pferde vertr\u00e4glichen Bereich h\u00e4lt. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Pferdest\u00e4lle wird eine relative Luftfeuchtigkeit von 60\n-65 % angestrebt. Durch mangelnde Frischluftzufuhr in geschlossenen St\u00e4llen\nkann die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 90 % ansteigen, da die Pferde \u00fcber die\nHaut und Atmung Wasser abgeben. Hinzu kommt Feuchtigkeit aus verdunstetem Harn,\nReinigungs- und Schwitzwasser der Pferde. Diese feuchte Luft ist idealer\nN\u00e4hrboden f\u00fcr Keime und Krankheitserreger und muss durch trockene Frischluft\nersetzt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Schadgas Ammoniak (NH<sub>3<\/sub>) entsteht beim\nmikrobiellen Abbau von Einwei\u00df und Harnstoff durch ureaseaktive Bakterien aus\nKot und Harn. Mit\nder steigenden Luftfeuchtigkeit im Stall erh\u00f6ht sich die Konzentration an\nAmmoniak und verleiht schlecht durchl\u00fcfteten Pferdest\u00e4llen ihren typischen\nGeruch. Ammoniak reizt die Schleimh\u00e4ute der Atemwege und kann deren Erkrankung\nf\u00fchren. Eine \u00dcberversorgung im Futter mit Eiwei\u00df (Kraftfutter) sollte\nvermieden werden, da das \u00fcbersch\u00fcssige Eiwei\u00df im K\u00f6rper in Stickstoff\numgewandelt wird. Dieser wird \u00fcber die Nieren als Harnstoff ausgeschieden und\nbeeinflusst auf diese Weise ebenfalls die&nbsp;Stall-Luftqualit\u00e4t&nbsp;. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit sollte ebenfalls\nvermieden werden, da diese zu einer erh\u00f6hten Staubentwicklung f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Steppentier Pferd war in der freien Steppe permanent Wind\nund Wetter sowie gro\u00dfen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Pferde vertragen bei\nentsprechender Gew\u00f6hnung problemlos Temperaturschwankungen von -20 bis +30\nGrad. <\/p>\n\n\n\n<p>Pferde besitzen eine sehr leistungsf\u00e4hige Thermoregulation,\ndie sie in die Lage versetzen, ihre K\u00f6rpertemperatur auch bei wechselnden\nTemperaturverh\u00e4ltnissen stabil zu halten. Dieses Thermoregulationsverm\u00f6gen\nreagiert umso besser, desto besser es durch die Anpassung an\nTemperaturschwankungen (Tag\/Nacht, Sommer\/Winter) trainiert ist und erh\u00f6ht so\ndie Widerstandskraft und die Anpassungsf\u00e4higkeit an die jeweils vorliegenden\nKlimagegebenheiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine gleichm\u00e4\u00dfige Stalltemperatur ist auf gar keinen Fall\nanzustreben, da dadurch eine Stimulierung der thermoregulatorischen F\u00e4higkeiten\nnicht erfolgt. <\/p>\n\n\n\n<p>Angestrebt wird heute bei Neubauten ein Aussenklimastall,\nin dem die Stalltemperatur ganzj\u00e4hrig gem\u00e4\u00dfigt den Au\u00dfentemperaturen folgt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Luftzufuhr in St\u00e4llen wird neben dem Management\nbesonders durch die bauliche Anordnung der Geb\u00e4ude, die Ber\u00fccksichtigung der\nWindrichtung und die Anordnung der Geb\u00e4ude\u00f6ffnungen und der\nL\u00fcftungsm\u00f6glichkeiten geregelt. Idealerweise wird der Stall mit der L\u00e4ngsachse\nin Nord-S\u00fcd-Richtung ausgerichtet, damit auf ganzer Breite eine optimale\nDurchl\u00fcftung gegeben ist. Die Luftstr\u00f6mung im Pferdestall sollte mind.\n0,2&nbsp;m\/s betragen, im Sommer bei hohen Temperaturen ist eine Steigerung auf\nbis zu 0,6&nbsp;m\/s sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Luftstr\u00f6mung, die die Frischluftzufuhr und der\nLuftaustausch im Stall mit sich bringen, ist w\u00fcnschenswert und bedeutet f\u00fcr das\nPferd keine Zugluft, sondern regt die Thermoregulation der Tiere an. Zugluft\nwird definiert als punktueller kalter Luftzug, der einzelne K\u00f6rper ausk\u00fchlt,\ndie Thermoregulation jedoch nicht in Gang setzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Stoffwechsel und der Hormonhaushalt der Pferde werden\n\u00fcber die Lichtst\u00e4rke gesteuert (Rosse, Fellwechsel); die meisten Prozesse\nunterliegen einer Tagesperiodik, die von endogenen Faktoren (innere Uhr) und\nexogenen Faktoren (Licht, Temperatur) gesteuert werden. Das Steppentier Pferd\nhat einen hohen Lichtbedarf, den es in dunklen St\u00e4llen nicht ausreichend decken\nkann. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimafaktor Licht ist geb\u00e4udetechnisch steuerbar.Im\nStallbereich kann man durch viele Fenster\u00f6ffnungen und Einbau von Lichtplatten\ngute Luft- und Lichtverh\u00e4ltnisse erreichen, was sich auch positiv auf den\nStromverbrauch der gesamten Anlage auswirkt. Auch die im Stall arbeitenden\nMenschen empfinden einen gut durchl\u00fcfteten und hellen Stall angenehmer als\neinen dunklen und schlecht bel\u00fcfteten Stall.\n\nAls Richtwert f\u00fcr die Beleuchtungsst\u00e4rke sind im\nBoxenbereich mindestens 80&nbsp;Lux \u00fcber 8&nbsp;Stunden sicherzustellen. \n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K &#8211; Klima &#8211; Indikatoren f\u00fcr ein gutes Stallklima Als Flucht- und Steppentier verf\u00fcgt das Pferd \u00fcber einen hohen Licht- und Frischluftbedarf. 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