ABC der tiergerechten Haltung

M – Management

Das Management wird im Allgemeinen mit betriebswirtschaftlichen Inhalten in Verbindung gebracht. Es ist aber auch für eine tiergerechte Haltung ein gutes Management erforderlich. Gemeint ist damit eine Betriebsführung, die eine tiergerechte Haltung erst ermöglicht. Es bedarf dazu eines Betriebsleiters, der sich durch sehr gute und weitreichende Fachkenntnis bezüglich der einzelnen Aspekte rund um das Pferd auszeichnet. Dazu gehört auch das Wissen um die physiologischen und psychischen Anforderungen des Pferdes an seine Umwelt.

Im Bereich der Fütterung ist das Wissen um die Physiologie der Verdauungsorgane der Pferde ebenso wichtig wie eine gute Kenntnis bezogen auf die Futtermittel und deren –qualität. Die gute Qualität des Futters hat nicht nur Einfluss auf den Verdauungstrakt der Pferde und deren Versorgung mit Nährstoffen, sondern auch auf das Stallklima und damit auf den empfindlichen Atmungsapparat des Pferdes.

Das Stallklima lässt sich zum einen durch bauliche Gestaltung beeinflussen, zum anderen eben durch Sauberkeit und ein gutes Mist- und Einstreumanagement. Hygiene ist auch im Pferdebereich von großer Bedeutung für die Gesunderhaltung der Pferde und dient der Reduktion von Keimen und Schadstoffen bzw. –gasen in der Luft.

Erfolgt das Putzen und die Körperpflege der Pferde auf separaten, von der Stallgasse separierten Putzplätzen, dient das dem Herabsetzen des Staubanfalls ebenso wie das Befeuchten der Stallgasse vor dem Fegen.

Vor dem Einstreuen der Boxen sind die Pferde idealerweise aus den Boxen zu entfernen. Heu sollte nicht aufgeschüttelt werden, um auch hier die Staubbelastung für die Pferde zu reduzieren.

Nicht zuletzt sollten sich Betriebsleiter und Pferdehalter dringend vor der Vermenschlichung der Pferde bewahren – im Gegensatz zu den Menschen brauchen Pferde keinen kuschligen warmen Stall. Hier ist durch gutes Management für regelmäßigen guten Luftaustausch auch in der kalten Jahreszeit zu sorgen. Das Einfrieren von Tränken lässt sich durch beheizte Tränken und Umlaufsysteme mit beheiztem Wasser effektiv verhindern.

Die bestandsmäßige Entwurmung, gepaart mit entsprechender Entmistung sowie regelmäßig vorgenommene Impfungen dienen ebenfalls der Gesunderhaltung der Tiere.

Freie Bewegung auf sicheren und gut gepflegten Weiden und Ausläufen sowie die Zusammenstellung von harmonischen Pferdegruppen sowohl beim Weidegang als auch in der Gruppenhaltung sichert sowohl die physiologischen als auch die psychischen Bedürfnisse der Pferde. Ihr Bewegungsapparat erhält die für die Gesunderhaltung erforderliche Bewegung, und die in den Funktionskreisen beschriebenen angeborenen Verhaltensweisen können zu einem großen Teil befriedigt werden.

In Bezug auf die Eingewöhnung von Pferden in eine Gruppenhaltung sichert ebenfalls ein gutes Management verbunden mit der entsprechenden Sachkunde einen stressarmen und reibungslosen Verlauf dieser Phase. Ein gutes Management in der Gruppenhaltung beinhaltet auch die Aufgabe des Betriebsleiters, die Pferde täglich zu beobachten und festzustellen, ob alle Tiere ihren Grundbedürfnissen stressfrei nachgehen können. Nur durch gute Sachkenntnis und eingehende Tierbeobachtung werden Erkrankungen von Pferden oder stressbedingte Faktoren sowie ein Übermaß an aggressivem Verhalten rechtzeitig erkannt und es kann zum Erhalt der Tiergerechtheit durch geeignete Maßnahmen gegengesteuert werden.

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