ABC der tiergerechten Haltung

U – Umzäunung von Paddocks, Ausläufen und Weiden

Umzäunungen dienen zunächst einmal der Sicherheit von Mensch und Tier. Sie müssen stabil und ausbruchssicher, verletzungsarm und sicher sein und die Verhaltensweisen des Pferdes als Fluchttier berücksichtigen. Brechen Pferde aus einer Weide oder Umzäunung aus, sind sie zum Einen schwer einzufangen, zum Anderen stellen sie eine wesentliche Gefährdung für die Teilnehmer im Straßenverkehr dar.

Zäune sollten den in der einschlägigen Fachliteratur vorgegebenen Standardanforderungen entsprechen, gut sichtbar und von ausreichender Höhe sein sowie eine entsprechende Stabilität aufweisen. Wie hoch und ausgeprägt das Zaunsystem sein muss, ist abhängig von der Rasse und Beschaffenheit der Tiere bzw. der Pferdegruppe, vom Futterangebot, der Lage der Weide- und Auslauffläche und vielem mehr.

Ein Hengstauslauf stellt deutlich höhere Anforderungen an einen Zaun als eine Ponyherde. In direkter Lage an einer vielbefahrenen Straße ist die Sicherheitsanforderung an das Zaunsystem wesentlich größer als auf einer hofnahen Fläche fernab des Straßenverkehrs.

Bei der Einzäunung von Weide- und Paddockflächen sind spitze Winkel und Sackgassen zu vermeiden, damit rangniedrige Tiere dort nicht hineingetrieben werden können.

Geeignete Materialien für den Zaunbau sind Metall, Holz, stabile hochbelastbare, breite Gurt- und Gummibänder sowie Elektrozaun. Die Verwendung von Stacheldraht als Weidezaunbegrenzung ist tierschutzwidrig und darf, wenn überhaupt nur angewendet werden, wenn in einem Mindestabstand von 0,50 m ein gut sichtbarer Elektrozaun die Pferde vom Stacheldrahtzaun fernhält. Die Tiergerechtheit und Hütesicherheit von Elektrozäunen ist eingeschränkt, da er mechanisch nicht sehr belastbar ist.

Das Fluchttier Pferd kann stehende Gegenstände nur gut wahrnehmen, wenn sie groß genug sind und sich von der Umgebung abheben. Daher ist ein stabiler Holz- oder Metallzaun als Abgrenzung geeignet. Erschrecken die Pferde, neigen sie auf Grund ihrer arttypischen Verhaltensweisen dazu, loszustürmen und relativ schnell hohe Laufgeschwindigkeiten zu erreichen. Der tiergerechte, hütesichere Zaun muss also so ausgebildet sein, dass er dem Aufprall eines Pferdes standhält.

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